Vor dem Aufstehen ging es heute zum Frühstück, wir hatten uns ein strammes Programm vorgenommen, vom Hotel mit dem Auto nach Thale um von dort aus den alle zwei Stunden verkehrenden Bus zu nehmen. Dann auf den Wanderweg entlang der Bode, einem hübschen Fluss der hier fließt.
Nach dem Duschen habe ich dummerweise das Fenster geöffnet, wo mich ein tröpfelndes Geräusch und eine weiße Zuckerschicht begrüßten. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir beim Frühstück dann eher mit der Wetterrecherche als mit Essen beschäftigt waren.

Nach einigem hin und her -auch an Ermangelung einer Alternative sind wir dann doch los. Die Etappe bis zum Bahnhof kein Problem, der Parkplatz dank Nebensaison kostenlos und wir viel zu früh (wollten ja den Bus nicht verpassen).
Als der Bus endlich kam, warteten noch zwei andere Pärchen mit uns, dies sollten auch alle Fahrgäste bleiben. Der Bus fuhr im Schneckentempo den nächsten Berg hoch, vorbei an einer Downhillstrecke und viel Gegend. Erster Halt, erstes Pärchen weg. Nach zwei weiteren Halten rief der Fahrer irgendwas (es muss in gälisch gewesen sein) woraufhin das zweite Pärchen aufsprang und ausstieg. Dass wir nicht aussteigen wunderte den Fahrer und das Sprachgenie fragte in Brocken Hochdeutsch „nicht Wandern?“ Wir riefen nur, dass wir noch bis zum… „ach irgendwas mit Hirsch“ (Jenni o-Ton) weiter wollten. Kaum waren wir am braunen Hirsch ausgestiegen fing es an zu tröpfeln. Einen Bus zurück konnten wir im den nächsten zwei Stunden eh nicht erwarten, also ging es los.
Über den wirklich gut ausgeschilderten Hexenstieg. Leider meinte es das Wetter wirklich nicht gut mit uns, wodurch wir immer nasser wurden, weshalb wir uns nach nur 3-4 km für unsere Pflaster-Ponchos entschieden. Außer vereinzelten Wanderern ist der Stieg zu dieser Jahreszeit echt eine einsame Angelegenheit. Mittlerweile wissen wir auch warum. Viel zum sehen gibt es im Bodetal nicht, viel Felsen, die machten das Wandern manchmal ganz schön knifflig wenn sie unter Laub versteckt lagen. Ein herzhaftes Quatsch war bei allen Tritten zu erwarten, manchmal dann auch ein „öööh – nix passiert“. Warum für den Weg von 14 km knappe 4 Stunden veranschlagt werden müssen wurde uns dann recht schnell klar, viele Bäume lagen – teilweise schon halb verrottet – quer über dem Weg und wollten überklettert, umschifft oder per Lambada bezwungen werden. Einen Lichtblick erhaschten wir auf der Hälfte des Weges, Sonne, nach Regen, Schnee und Wind eine willkommene Abwechslung. Dummerweise setzten sich die Wolken dann doch wieder durch und unsere Ponchos mussten nochmal herhalten.
Viele weitere Schlenker später, wir beide schon mit lustlosem Schnütchen nebeneinander hertrabend, erreichten einen Landschaftlich reizvollen Teil der Strecke. Eine Felsenschlucht mit reißender Bode als i-Tüpfelchen. So motiviert ging es dann recht schnell, noch eine heftige Steigung hoch und dann in Serpentinen ins Tal. Komischerweise begegneten uns gegen Nachmittag immer mehr Leute in teilweise sehr leichter Wanderkleidung. Wir wunderten uns nur in unseren durchnässten Trekkinghosen und dankbar für die Plastehülle

 

Gegrüßt haben wir dann trotzdem mit einem süffisanten Grinsen. Und froh der Zivilisation näher zu sein.
Als krönenden Abschluss ging es heute zu Kaffe und Kuchen ins Hotel, denn dafür und für die anschließende Sauna hatten wir noch Gutscheine.

Apropos Hotel, eigentlich ist es ja eine Ferienwohnanlage mit Restaurant, kann man sagen, dass es Preis-Leistumgsmässig tipptopp, für 98€/Person haben wir eine Ferienwohnung (ohne Küche – ist abgeschlossen) mit Halbpension sowie besagter Gutscheine. Das Haus ist – neudeutsch Retro aber alles da und in Ordnung, das Personal freundlich und das Essen guter Standard, passt für ums Nasen!

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Gälisch auf dem Hexenbesen

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